Was ist ein follikuläres Lymphom?

  • Das follikuläre Lymphom ist eine Krebserkrankung des lymphatischen Systems.
  • Die Erkrankung schreitet langsam voran und verläuft oft lange beschwerdefrei.
  • Das follikuläre Lymphom ist relativ selten und tritt vor allem im höheren Alter auf.

Das follikuläre Lymphom (FL) ist eine Art von Lymphdrüsenkrebs. Es ist der Untergruppe der sogenannten Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) zugeordnet.1 NHL sind bösartige Tumoren, die von Zellen und Geweben des lymphatischen Systems ausgehen. Hierzu zählen neben den Lymphknoten und den lymphatischen Organen (zum Beispiel Milz und Knochenmark) vor allem die Lymphozyten. Etwa acht bis neun von zehn Non-Hodgkin-Lymphomen, darunter auch das follikuläre Lymphom, gehen von entarteten B-Zellen aus. Aufgrund von Fehlern im Erbgut beginnen diese, sich unkontrolliert zu vermehren und Tumoren zu bilden.2,3

Das lymphatische System erstreckt sich über den gesamten Körper und spielt eine entscheidende Rolle bei der körpereigenen Abwehr gegen verschiedene Krankheitserreger. In Lymphknoten und den anderen lymphatischen Organen werden Immunreaktionen aktiviert, die der Abwehr von Infektionserkrankungen dienen.

Lymphom ist nicht gleich Lymphom

Neben dem follikulären Lymphom, das nach den typischen kugelförmigen Ansammlungen von B-Lymphozyten (Follikeln) in den Lymphknoten benannt ist, gibt es noch zahlreiche andere Arten von Non-Hodgkin-Lymphomen. Diese unterscheiden sich in ihrer Bösartigkeit, ihrer Wachstumsgeschwindigkeit, ihrer Ausbreitungsart und anderen Eigenschaften zum Teil stark voneinander. Mediziner unterteilen die Non-Hodgkin-Lymphome deshalb nochmals in zwei große Untergruppen, nämlich die indolenten (wenig bösartigen, langsam wachsenden) und die aggressiven (hoch bösartigen und rasch wachsenden) Non-Hodgkin-Lymphome. Das follikuläre Lymphom ist der häufigste Vertreter der indolenten Non-Hodgkin-Lymphome. Typisch für indolente Tumoren ist, dass sie nur relativ langsam wachsen und im Vergleich zu aggressiven Tumoren zunächst weniger Symptome verursachen.3

Wie häufig ist das follikuläre Lymphom?

Das follikuläre Lymphom macht ca. 20 bis 35 Prozent aller neu diagnostizierten Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) aus und zählt damit zu den häufigsten Formen. Insgesamt handelt es sich jedoch um eine relativ seltene Krebserkrankung. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 3 bis 4 von 100.000 Einwohnern an dieser Art von Lymphdrüsenkrebs. Das entspricht ungefähr 3.000 Menschen. Besonders oft sind ältere Personen betroffen, das Durchschnittsalter liegt zum Zeitpunkt der Diagnose bei etwa 60 bis 65 Jahren. Frauen erkranken etwas häufiger am follikulären Lymphom als Männer, der Unterschied ist allerdings gering.1,4

Zahlen & Fakten

  • Etwa ein Viertel aller Non-Hodgkin-Lymphome sind follikuläre Lymphome.
  • Pro Jahr erkranken in Deutschland 3 bis 4 Menschen pro 100.000 Einwohner.
  • Das Durchschnittsalter bei Erstdiagnose beträgt 60 bis 65 Jahre.