Ursachen – wie entsteht ein follikuläres Lymphom?

  • Erworbene genetische Veränderungen einer einzelnen B-Zelle führen zu unkontrolliertem Zellwachstum
  • Gründe und Risikofaktoren für die Erkrankung sind noch nicht eindeutig geklärt
  • Mögliche Risikofaktoren sind bestimmte Chemikalien, ein geschwächtes Immunsystem und Rauchen

Wenn Sie selbst von einem follikulären Lymphom betroffen sind, stellt sich häufig die Frage „Warum ich?“ oder „Was habe ich falsch gemacht?“. Auf diese Fragen gibt es bei einer FL-Erkrankung keine bzw. nur sehr selten eine eindeutige Antwort. Warum ein einzelner Mensch betroffen ist oder nicht, ist bis heute in den meisten Fällen ungeklärt.

Was ist die Ursache eines follikulären Lymphoms?

Wie ein follikuläres Lymphom entsteht, ist im Gegensatz dazu bereits gut erforscht: Die Erkrankung beginnt fast immer mit einer zufälligen Veränderung (Mutation) in der Erbinformation einer einzelnen B-Zelle. Diese Mutation entsteht im Laufe des Lebens und bringt den natürlichen Vermehrungs- und Lebenszyklus der Zelle außer Kontrolle: Statt sich kontrolliert und planmäßig zu teilen und nach einer vorgegebenen Zeit abzusterben, vermehrt sich die veränderte B-Zelle ungebremst. Dabei gibt sie den Fehler in ihrem Erbgut an alle ihre Tochterzellen weiter, die sich somit ebenfalls unkontrolliert vermehren. Anders als normale B-Lymphozyten können die genetisch veränderten B-Zellen ihre Aufgabe bei der Abwehr von Krankheitserregern nicht mehr erfüllen.1

Gibt es Risikofaktoren für ein follikuläres Lymphom?

Welche Risikofaktoren neben dem Alter die Wahrscheinlichkeit eines follikulären Lymphoms erhöhen, ist noch nicht abschließend geklärt. Allerdings stehen verschiedene Chemikalien in Verdacht, Lymphdrüsenkrebs zu begünstigen. Hierzu zählen unter anderem Schwermetalle, organische Lösungsmittel (zum Beispiel das in Autoabgasen oder in Tabakrauch enthaltene Benzol), einige Pflanzenschutzmittel sowie Mittel zur Bekämpfung von Insekten und Pilzen. Auch radioaktive Strahlung kann ein Non-Hodgkin-Lymphom auslösen, da sie das Erbgut schädigt. Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass Raucher häufiger an Lymphdrüsenkrebs erkranken als Nichtraucher. 2,3,4,5

Geschwächtes Abwehrsystem?

Nicht nur äußere Einflüsse und der Lebensstil nehmen Einfluss auf die Entstehung eines Non-Hodgkin-Lymphoms. So haben beispielsweise auch Menschen mit einer angeborenen oder erworbenen Immunschwäche ein erhöhtes Risiko, an Lymphdrüsenkrebs zu erkranken. Dazu gehören zum Beispiel HIV-positive Patienten oder Menschen, die eine Organtransplantation hinter sich haben und deshalb Immunsuppressiva einnehmen müssen. Bei der medizinischen Versorgung dieser Patienten achten Ärzte deshalb grundsätzlich auch auf erste Anzeichen eines Non-Hodgkin-Lymphoms.4

Ist ein follikuläres Lymphom ansteckend oder vererbbar?

Oft sorgen sich Krebspatienten darum, ob ihre Erkrankung ansteckend ist oder ob sie diese vererben können. Im Gegensatz zu einigen anderen Krebsarten, wie zum Beispiel dem Brustkrebs, gibt es aber nach heutigem Kenntnisstand keine Hinweise auf erbliche Faktoren oder eine genetische Veranlagung für das follikuläre Lymphom.1 Zwar sind genetische Veränderungen dafür verantwortlich, dass aus einer gesunden B-Zelle eine Lymphomzelle wird, aber diese Veränderungen sind nicht angeboren oder vererbt, sondern treten erst im Laufe des Lebens auf.4 Auch um eine Ansteckung müssen sich Betroffene keine Gedanken machen: Das follikuläre Lymphom ist genau wie andere Krebserkrankungen nicht auf andere Menschen übertragbar.