Gibt es typische Anzeichen für ein follikuläres Lymphom?

  • Das follikuläre Lymphom verursacht in der Regel eher unspezifische Symptome
  • Eines der wichtigsten Merkmale ist eine schmerzlose Vergrößerung der Lymphknoten
  • Für einen eindeutigen Nachweis ist eine mikroskopische Untersuchung des Lymphgewebes notwendig

Das follikuläre Lymphom ist eine Krebsart, die meist lange Zeit wenige oder keine Beschwerden bereitet.1,2,3 Sind Symptome vorhanden, sind diese meist sehr unspezifisch, das heißt, sie können auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten und ganz harmlose Ursachen haben.4 Auch die Blutwerte lassen bei einem follikulären Lymphom keine sichere Diagnose zu. Um die Erkrankung sicher nachzuweisen, ist deshalb immer eine Untersuchung des betroffenen Lymphgewebes unter dem Mikroskop erforderlich.1,2 In der Regel entfernt der Arzt hierfür in einer kleinen Operation einen veränderten Lymphknoten.

Geschwollene Lymphknoten bei Lymphdrüsenkrebs

Eines der wichtigsten Merkmale des follikulären Lymphoms ist eine zunehmende und meist schmerzlose Vergrößerung der Lymphknoten (Lymphadenopathie). Die geschwollenen Lymphknoten können in nahezu jeder Körperregion auftreten, also auch an den inneren Organen, wo sie nach außen hin nicht zu erkennen sind. Natürlich bedeutet ein vergrößerter Lymphknoten keinesfalls immer, dass Sie an Lymphdrüsenkrebs erkrankt sind. Die Lymphknoten schwellen beispielsweise auch bei harmlosen Infektionskrankheiten vorübergehend an. Im Gegensatz zum Lymphom sind sie dann aber meistens druckempfindlich und verkleinern sich nach Abklingen der Infektion bald wieder.1,4,5 Im Zweifelsfall sollten Sie sich bei einer Lymphknotenschwellung immer an Ihren Arzt wenden, um eine ernsthaftere Erkrankung sicher auszuschließen.

Gibt es andere spürbare Hinweise auf ein follikuläres Lymphom?

Wie bei vielen Krebsarten kann es auch beim follikulären Lymphom zu einer ungewollten Gewichtsabnahme kommen. Auch hier gilt aber: Nicht jeder Gewichtsverlust ist automatisch ein Grund zur Sorge. Gerade kleinere Gewichtsschwankungen sind völlig normal und haben keine krankhafte Ursache. Sollten Sie jedoch unbeabsichtigt mehr als 10 Prozent ihres Gewichts in 6 Monaten verlieren, ist es ratsam, einen Arzt zurate zu ziehen, um eine ernst zu nehmende Erkrankung auszuschließen. Einige Menschen mit follikulärem Lymphom leiden außerdem an Fieber mit Körpertemperaturen über 38 Grad Celsius, für das es keine erkennbare Ursache gibt. Auch wiederkehrender Nachtschweiß kann auf ein FL hinweisen. Oft berichten Betroffene, dass der Nachtschweiß meist zwischen 2 und 5 Uhr morgens auftritt und so stark ist, dass sie ihre Nachtwäsche wechseln müssen.1,3,6

Müdigkeit, blaue Flecken und höhere Infektanfälligkeit?

Beim follikulären Lymphom können die Krebszellen im Verlauf der Erkrankung auch das Knochenmark befallen und sich hier ausbreiten. Dabei verdrängen die sich unkontrolliert vermehrenden B-Zellen zunehmend die gesunden Knochenmarkzellen. Es kommt dann zu einer gestörten Blutbildung, die alle Arten von Blutzellen betreffen kann und sich deshalb auf ganz unterschiedliche Weise bemerkbar macht. So führt ein Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukozyten) zu einer geschwächten Immunabwehr und einer höheren Infektanfälligkeit. Sind zu wenige rote Blutkörperchen (Erythrozyten) vorhanden, sprechen Ärzte von einer Anämie. In diesem Fall wird der Organismus nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Die Folgen sind allgemeine Müdigkeit, Schwäche und Blässe der Haut. Sind zu wenig Blutplättchen (Thrombozyten) vorhanden, ist die Blutgerinnung gestört. Das macht sich beispielsweise durch blaue Flecken und Blutergüsse ohne erkennbare Ursache bemerkbar. Kleine Verletzungen können ungewöhnlich lange nachbluten. Oft finden sich außerdem kleine flohstichartige Blutpünktchen auf der Haut.1,2,5