Was bedeutet die Diagnose follikuläres Lymphom und wie ist die Prognose?

Mit der Diagnose einer Krebserkrankung ändert sich die Perspektive auf das eigene Leben schlagartig und meist völlig unerwartet. Die Erkrankung und die damit einhergehenden Veränderungen sind für die meisten Betroffenen eine enorme körperliche und seelische Belastung, die jeder auf seine individuelle Art bewältigen muss. Eine Patentlösung oder einen richtigen und falschen Weg gibt es dabei nicht. Viele Betroffene hadern zunächst mit ihrem Schicksal und fragen sich immer wieder, warum ausgerechnet sie selbst betroffen sind. Die Gedanken kreisen in dieser Zeit fast ausschließlich um die Erkrankung, immer wieder wird alles aufs Neue durchdacht, mal erfüllt mit neuer Hoffnung, mal übermannt von Verzweiflung. All das ist völlig normal und für die meisten Menschen ein wichtiger Bestandteil des Verarbeitungsprozesses.

Perspektive

Zweifellos stellt die Diagnose Lymphdrüsenkrebs einen tiefen Einschnitt in das Leben eines jeden Menschen dar. Dennoch muss sie kein Grund für Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit sein. Versuchen Sie sich gerade in der ersten, besonders schwierigen Zeit immer wieder vor Augen zu führen, dass das follikuläre Lymphom ein langsam wachsender, wenig aggressiver Tumor ist, der im Stadium 1 und 2 sogar als heilbar gilt. Im Stadium 3 und 4 ist dies nicht mehr der Fall, dennoch kann die Erkrankung immer noch sehr wirksam behandelt werden.1 Ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium ist beim follikulären Lymphom also keineswegs gleichbedeutend mit einer schlechten Prognose. Da der Tumor langsam wächst, haben viele Betroffene auch ohne eine vollständige Heilung noch eine lange Lebenserwartung.2

Gibt es Risikofaktoren, die den möglichen Krankheitsverlauf (Prognose) beim follikulären Lymphom beeinflussen?

Ja, solche Risikofaktoren, die Einfluss auf die Prognose des follikulären Lymphoms haben, gibt es tatsächlich. Sie werden von den behandelnden Ärzten herangezogen, um den wahrscheinlichen Krankheitsverlauf abzuschätzen.

Zu den fünf wichtigsten Faktoren gehören:1,3,4

  • Alter über 60 Jahre
  • Hämoglobin-Wert unter 12 Gramm pro Deziliter (g/dl)
  • Erhöhte Laktatdehydrogenase-Werte (LDH)
  • Mehr als vier befallene Lymphknotenregionen oder Durchmesser des größten Lymphknotens über 6 Zentimeter
  • Ann-Arbor-Stadium 3 bis 4 oder Knochenmarkbeteiligung

Wichtig zu wissen

Lassen Sie sich durch das Risikoprofil oder eine Prognose, die Ihnen der Arzt mitteilt, nicht unnötig verunsichern. Prognosen gehen auf Erfahrungswerte und Daten von vielen Tausend Patienten zurück und geben lediglich an, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein bestimmter Krankheitsverlauf eintreten wird. Sie erlauben aber niemals eine Aussage über den individuellen Krankheitsverlauf eines einzelnen Patienten. Jeder Mensch reagiert anders auf die Krebstherapie und selbst bei Patienten mit gleichem Tumorstadium und gleichen Risikofaktoren kann sich die Erkrankung ganz unterschiedlich entwickeln.