Diagnose des follikulären Lymphoms – wie stellt der Arzt die Krankheit fest?

  • Die Diagnose FL erfolgt in der Regel mittels Untersuchung des Blutes, eines Lymphknotens sowie des Knochenmarks
  • Da je nach Tumorgrad unterschiedlich behandelt wird, ist eine ausführliche Diagnostik besonders wichtig
  • Der Tumorgrad wird durch eine feingewebliche Untersuchung eines betroffenen Lymphknotens bestimmt

Mögliche Krankheitsanzeichen (Symptome) für das follikuläre Lymphom sind eher unspezifisch. Das bedeutet, sie können auch mit anderen, harmloseren Ursachen zusammenhängen. Ihr behandelnder Arzt wird daher beim Verdacht auf ein Lymphom immer mehrere Untersuchungsschritte vornehmen, die Ergebnisse anschließend zusammentragen, auswerten und mit Ihnen im Einzelnen besprechen.

Zu diesen Schritten gehören im Allgemeinen:1,2

  • Feststellen Ihrer persönlichen Krankengeschichte im direkten Gespräch mit Ihnen (Anamnese)
  • Eine umfassende körperliche Untersuchung: Sind beispielsweise Lymphknoten oder andere lymphatische Organe wie die Milz vergrößert?
  • Blutuntersuchungen
  • Die Entnahme und Untersuchung eines vergrößerten Lymphknotens
  • Eine Untersuchung des Blutes und des Knochenmarks
  • Unterstützend werden auch bildgebende Verfahren wie zum Beispiel eine Ultraschalluntersuchung oder die Computertomographie eingesetzt.

Die Wahl der richtigen Therapie erfordert eine genaue Diagnostik

Die Behandlung eines follikulären Lymphoms ist davon abhängig, wie stark sich das befallene Lymphknotengewebe vom gesunden Gewebe unterscheidet (Tumorgrad) und wie weit sich der Krebs bereits im Körper ausgebreitet hat. Deshalb ist eine ausführliche Diagnostik vor Behandlungsbeginn besonders wichtig.1

Den Tumorgrad, also wie bösartig der Tumor ist, bestimmt der Arzt bei der feingeweblichen Untersuchung des entnommenen Lymphknotens unter dem Mikroskop. Ärzte bezeichnen die feingewebliche Beurteilung des Tumors oft als „Grading“. Beim follikulären Lymphom unterscheiden sie dabei die Tumorgrade 1, 2, 3A und 3B. Während Lymphome bis Grad 3A als indolent gelten (also langsam wachsend und wenig bösartig), zählen Ärzte ein follikuläres Lymphom Grad 3B zu den aggressiven Lymphomen. Es muss aufgrund seiner stärkeren Bösartigkeit anders behandelt werden als ein indolentes Lymphom.3

Blut- und Knochenmarkuntersuchung sowie bildgebende Verfahren dienen vor allem der Einschätzung, wie weit sich der Tumor bereits im Körper ausgebreitet hat und ob andere Organe außerhalb des Lymphsystems vom Tumor befallen sind.2 Ärzte sprechen häufig vom sogenannten „Staging“, wenn es darum geht, das Ausmaß des Tumorwachstums im Körper zu beurteilen.3