Was ist eine Strahlentherapie und wie wirkt sie?

Bei der Strahlentherapie wird der Tumor von außen, also durch die Haut, mit Röntgen- oder Elektronenstrahlen behandelt. Diese Strahlungsarten sind extrem energiereich und können die Tumorzellen und ihre Erbinformation so stark schädigen, dass die Tumorzellen sich nicht mehr vermehren können und absterben. Ebenso wie die Chemotherapie macht sich auch die Strahlentherapie zunutze, dass die Krebszellen wesentlich empfindlicher auf die Strahlung reagieren als die gesunden Zellen.1,2

Wie läuft eine Strahlentherapie ab?

Beim follikulären Lymphom wird der Tumor in der Regel mit einer bestimmten Strahlendosis (ca. 30 Gray) bestrahlt.3 Dies geschieht jedoch nicht in einer einzelnen Behandlung, sondern die Gesamtstrahlendosis (ca. 30 Gray) wird auf mehrere Sitzungen verteilt. Damit das gesunde Gewebe geschont wird, sind verschiedene Voruntersuchungen erforderlich, um die genaue Lage des Tumors zu ermitteln. Ist dies geschehen, markiert der Arzt auf der Haut den zu bestrahlenden Bereich mit einem wasserfesten Stift. Die Bestrahlung selbst ist völlig schmerzfrei und dauert nicht länger als wenige Minuten, manchmal nur wenige Sekunden. Es ist allerdings wichtig, dass Sie in dieser Zeit ganz still liegen, damit die Strahlen nicht das gesunde Gewebe treffen. Wenn die Gefahr besteht, dass die Strahlen durch eine ungewollte Bewegung ein besonders strahlenempfindliches Organ schädigen könnten, werden Sie möglicherweise während der Bestrahlung fixiert. Ansonsten helfen Ihnen Lagerungshilfen wie Arm- und Kopfstützen oder Polster, in der richtigen Position zu bleiben.1,2 Ein Krankenhausaufenthalt ist bei einer Strahlentherapie meistens nicht erforderlich.

Welche Risiken und Nebenwirkungen hat eine Strahlentherapie?

Eine Strahlentherapie ist dank moderner Bestrahlungsmethoden meist wenig belastend. Das liegt vor allem daran, dass die Behandlung sehr gezielt erfolgt: Es wird nicht der gesamte Körper, sondern nur der Bereich bestrahlt, in dem sich der Tumor befindet. Das ist anders als bei einer Chemotherapie, die immer auf alle Zellen des Körpers wirkt. Dennoch kann auch eine Strahlentherapie Nebenwirkungen haben. Wie stark diese ausgeprägt sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von der Strahlenmenge (Dosis) oder der Größe der bestrahlten Körperfläche. Die meisten Nebenwirkungen betreffen nur die Gewebe, die unmittelbar der Strahlung ausgesetzt waren. Bei einer Strahlenbehandlung im Kopf- oder Halsbereich kann es beispielsweise zu Schleimhautentzündungen kommen, bei Bestrahlung im Bauchbereich zählen Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall zu den möglichen Folgen. Viele Nebenwirkungen lassen sich heutzutage aber relativ gut kontrollieren und klingen rasch wieder ab.1,2