Was passiert bei einem Rückfall?

Nach Beendigung der Therapie verbleibt bei den meisten Krebspatienten noch lange die Angst vor einem Rückfall. Sollte es tatsächlich zu einem Rezidiv kommen, ist dies zunächst zweifellos ein erheblicher Rückschlag – und dennoch kein Grund, den Mut zu verlieren. Denn auch jetzt stehen Ihnen noch wirksame Therapien zur Verfügung.

Hierzu muss der Arzt jedoch erst einen weiteren Lymphknoten entnehmen, um auszuschließen, dass sich das indolente Lymphom zu einem aggressiven Tumor weiterentwickelt hat.1 Dies passiert jedoch nur sehr selten. Ist das Lymphom weiterhin indolent, wird es in der Regel erneut mit einer Immunchemotherapie behandelt.2 Allerdings verwendet der Arzt für die Chemotherapie oftmals andere Medikamente als bei der Erstbehandlung. Ist die Immunchemotherapie erfolgreich, schließt sich erneut eine Erhaltungstherapie mit einem Antikörper an.1 Bei Patienten, die sehr rasch nach der Erstbehandlung ein Rezidiv erleiden, reagiert der Tumor oft nicht ausreichend auf den Antikörper. In diesem Fall stehen alternative Antikörper für die Immuntherapie zur Verfügung.1

Gibt es bei einem Rezidiv Alternativen zur Immunchemotherapie?

Grundsätzlich stehen bei einem Rezidiv neben einer erneuten Immunchemotherapie verschiedene andere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Beispielsweise kann der Arzt die Immuntherapie auch mit einer Strahlentherapie kombinieren, falls eine erneute Chemotherapie für Sie nicht in Frage kommt. Für ältere Patienten oder Patienten mit Begleiterkrankungen kann unter Umständen eine alleinige Immuntherapie ratsamer sein als eine Kombinationstherapie, da sie den Organismus weniger belastet. Für Patienten, die bereits zwei oder mehr Rückfälle erlitten haben, steht außerdem seit kurzem eine neue Wirkstoffklasse zur Verfügung: Die sogenannten Phosphoinositid-3-Kinasehemmer richten sich gegen Enzyme, die für den Stoffwechsel und die Vermehrung der Krebszellen unerlässlich sind.2

Wenn Sie nach der Erstbehandlung sehr rasch einen Rückfall erleiden, können Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt überlegen, ob für Sie die Teilnahme an einer klinischen Studie möglich und sinnvoll ist. Für jüngere Patienten mit frühem Rückfall kommt unter Umständen auch eine hochdosierte Chemotherapie mit anschließender Stammzelltherapie in Frage.1

1https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/follikulaeres-lymphom/@@guideline/html/index.html
2Konsultationsfassung der S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge für Patienten mit einem follikulären Lymphom. Version 0.1, August 2019. AWMF-Registernummer: 018/033OL.