Was ist eine Chemotherapie und wie wirkt sie?

Bei der Chemotherapie setzt der Arzt zur Bekämpfung des Tumors bestimmte Medikamente ein, die sogenannten Zytostatika. Diese hindern die Krebszellen daran, sich zu vermehren, und bringen sie schließlich zum Absterben. Um die Wirksamkeit der Behandlung zu verbessern, ist es üblich, verschiedene Zytostatika miteinander zu kombinieren. Im Gegensatz zu einer Bestrahlung wirken Zytostatika im gesamten Organismus. Sie können deshalb nicht nur die großen, sichtbaren Tumoren bekämpfen, sondern auch auf einzelne, im Körper verstreute Krebszellen wirken und diese zerstören.1,2,3

Abbildung: Chemotherapie

Wie läuft eine Chemotherapie ab?

Die meisten Zytostatika werden bei Lymphdrüsenkrebs über die Vene verabreicht, also zum Beispiel per Infusion. Allerdings erhalten Sie bei einer Chemotherapie nicht alle Medikamente gleichzeitig. Stattdessen hat es sich bewährt, diese nacheinander in einer bestimmten Reihenfolge zu verabreichen, da der Tumor so am besten auf die Therapie anspricht. Ärzte sprechen deshalb oft von sogenannten Behandlungsschemata oder Behandlungsprotokollen.1,2,3

Eine Chemotherapie besteht in der Regel aus mehreren aufeinanderfolgenden Zyklen. Sie erhalten die Medikamente also nicht nur einmalig, sondern in bestimmten Abständen mehrfach hintereinander. Das ist wichtig, da sich Tumorzellen vorübergehend in einen Ruhezustand begeben können, in dem sie sich nicht teilen und deshalb auch nicht auf die Zytostatika reagieren. Mit den verschiedenen Zyklen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, auch solche zunächst ruhenden Tumorzellen noch abzutöten.4,5 Nach jedem Zyklus folgt eine Behandlungspause. Je nach Behandlungsprotokoll kann diese unterschiedlich lang sein, in der Regel zwischen einigen Tagen und mehreren Wochen. In den Pausen können sich die gesunden Zellen von der Behandlung erholen. Den Tumorzellen gelingt dies hingegen nicht, da sie viel empfindlicher auf die Medikamente reagieren.1,2,3

Für eine Chemotherapie ist nicht zwingend ein Krankenhausaufenthalt erforderlich, manchmal ist ein solcher aber sinnvoll. Das gilt vor allem für Menschen in einem schlechten Gesundheitszustand oder für Patienten, die die Chemotherapie zusammen mit anderen Therapieformen erhalten. Da die Nebenwirkungen in diesem Fall stärker sein und den Körper mehr belasten können, bietet ein Krankenhausaufenthalt den Betroffenen mehr Sicherheit.2

Welche Risiken und Nebenwirkungen hat eine Chemotherapie?

Da sich Krebszellen schneller teilen als gesunde Zellen, reagieren sie auf die Zytostatika viel empfindlicher als die gesunden Zellen. Aber auch diese bleiben von der Wirkung der Krebsmedikamente nicht ganz verschont. Eine Chemotherapie kann deshalb mit verschiedenen Nebenwirkungen verbunden sein. Diese betreffen vor allem Zellen, die sich oft teilen, wie zum Beispiel die Schleimhautzellen im Mund und im Magen-Darm-Trakt, die Haarwurzelzellen oder die Zellen des blutbildenden Systems.

Typische Folgen einer Chemotherapie sind beispielsweise:1,2,3

  • Haarausfall
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall
  • Blutarmut
  • Erschöpfung
  • Entzündungen und Infektionen im Mundraum
  • Abwehrschwäche und erhöhte Infektanfälligkeit
  • Nervenschäden und Nervenschmerzen

Ob und welche dieser Nebenwirkungen bei einer Chemotherapie eintreten, hängt vor allem von den verabreichten Wirkstoffen und ihrer Dosierung ab. Außerdem reagiert nicht jeder Mensch gleich auf ein bestimmtes Arzneimittel, weshalb die Nebenwirkungen auch individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sind.2 Scheuen Sie sich nicht, vor der Therapie mit Ihrem Arzt über die möglichen Risiken der Therapie zu sprechen. Er kann Sie auch darüber informieren, ob mit längerfristigen gesundheitlichen Folgen zu rechnen ist.

Was bedeutet eine Chemotherapie für mich?

Der Gedanke an eine Chemotherapie mit all ihren Nebenwirkungen löst bei vielen Betroffenen erhebliche Ängste und Stress aus. Bei einigen Menschen ist die Angst vor der Behandlung fast ebenso groß wie vor der Erkrankung selbst. Doch obwohl eine Chemotherapie eine große Belastung für den Körper darstellt, verläuft die Behandlung in den meisten Fällen weniger schlimm als befürchtet.1 Denn Chemotherapien sind mittlerweile viel besser verträglich als früher und viele der gefürchteten Nebenwirkungen lassen sich gut mithilfe von Medikamenten lindern. Andere, wie beispielsweise eine Schleimhautentzündung, entwickeln sich nach der Therapie fast immer automatisch innerhalb weniger Wochen zurück.1,2,3 Versuchen Sie deshalb, die Chemotherapie vor allem als wichtige Chance im Kampf gegen die Erkrankung zu sehen. Denn sie kann zu einer langfristigen Krankheitsfreiheit beitragen oder den Lymphdrüsenkrebs in einigen Fällen sogar heilen.2,3