Behandlung

  • Ziel der Therapie ist es, die Tumorzellen so stark zu schädigen, dass sie sich nicht weiter vermehren und absterben
  • Die zentralen Behandlungsarten bei FL sind Strahlen-, Chemo- und Immuntherapie
  • Manchen Patienten kann die Teilnahme an einer klinischen Studie alternative Behandlungsarten eröffnen

Wenn die Untersuchungsergebnisse die Diagnose „follikuläres Lymphom“ bestätigt haben, wird Ihr Arzt Sie darüber informieren, welche Therapiemöglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen. Neben dem Tumorstadium spielen auch Ihr Allgemeinzustand und Ihre persönlichen Wünsche eine wichtige Rolle bei der Therapieentscheidung.1,2 Denn eine Krebstherapie ist immer mit Nebenwirkungen verbunden, die den Körper belasten und die Lebensqualität einschränken können. Lassen Sie sich deshalb nach dem Arztgespräch ausreichend Zeit, sich darüber klar zu werden, welche der möglichen Behandlungsarten für Sie in Frage kommen. Suchen Sie möglicherweise auch das Gespräch mit Ihrer Familie, Ihren Freunden oder anderen Betroffenen, zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe. Ein follikuläres Lymphom ist kein aggressiver Krebs, der schnellstmögliches Handeln erfordert.

Welche Therapiearten kommen beim follikulären Lymphom in Frage?

Zu den wichtigsten Behandlungsarten beim FL zählen die Strahlentherapie, die Chemotherapie und die Immuntherapie. Für eine noch bessere Wirksamkeit können diese auch miteinander kombiniert werden.1 Alle Therapieformen verfolgen dabei das gleiche Ziel: die Tumorzellen so stark zu schädigen, dass diese sich nicht mehr vermehren können und absterben. Gleichzeitig gilt es, den Schaden an den gesunden Zellen und die Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten. Auf den folgenden Seiten möchten wir Sie darüber informieren, wie die verschiedenen Therapien wirken und wie diese ablaufen.

Wie erfolgt die Behandlung des FL im Frühstadium?

Im Frühstadium der Erkrankung stellt die Behandlung des follikulären Lymphoms für manche Patienten noch Heilungschancen in Aussicht. In der Regel wird Ihnen der Arzt im Stadium 1 zu einer Kombination aus Strahlentherapie und Chemotherapie oder Immuntherapie raten.1,3,4

Grundsätzlich lässt sich der Tumor im frühen Stadium auch durch eine alleinige Strahlentherapie wirksam behandeln. Diese wirkt sehr gezielt nur auf den Tumor und schont dadurch die anderen Gewebe. Wissenschaftliche Studien haben aber gezeigt, dass die Gefahr eines Rückfalls in diesem Fall höher ist, als wenn die Strahlentherapie mit einer im ganzen Körper wirksamen Chemo- oder Immuntherapie verbunden wird.4

Welche Maßnahmen werden bei einem fortgeschrittenen follikulären Lymphom getroffen?

Im fortgeschrittenen Stadium ist ein follikuläres Lymphom nicht mehr heilbar. Ziel der Therapie ist es, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen, Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden.3 Häufig wird Ihr Arzt Ihnen im Stadium 3 und 4 eine Watch-and-Wait-Strategie (aktives Beobachten und Warten) empfehlen. Dabei wird er Sie zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen bitten, ohne Sie jedoch einer Behandlung zu unterziehen.3 Eine Therapie leitet der Arzt erst dann ein, wenn der Lymphdrüsenkrebs Beschwerden verursacht oder weiter voranschreitet. Hierfür gibt es einen guten Grund: Erfahrungen haben gezeigt, dass sich der Krankheitsverlauf in diesem Stadium durch eine unmittelbare Therapie nicht verlangsamen lässt. Die Therapie bringt also nach heutigem Kenntnisstand kaum einen Nutzen, kann aber aufgrund der Nebenwirkungen die Lebensqualität deutlich einschränken.5 Manchen Patienten macht das scheinbar untätige Abwarten psychisch allerdings sehr zu schaffen.5 Auch deshalb ist es wichtig, dass die Therapieentscheidung immer gemeinsam von Arzt und Patient getroffen wird.

Wenn der Tumor weiter voranschreitet

Wenn die Erkrankung noch weiter voranschreitet oder Beschwerden verursacht, lässt sich eine Therapie nicht mehr vermeiden. Falls Ihr Allgemeinzustand es zulässt, wird Ihnen der Arzt wahrscheinlich zu einer Immunchemotherapie raten.1,3,4 Das ist eine Kombination aus Chemotherapie und Immuntherapie, die die Krebszellen im ganzen Körper bekämpft. Die Anwendung von mehreren Wirkstoffen macht die Behandlung noch wirksamer. Für ältere Patienten in schlechtem Allgemeinzustand ist eine solche kombinierte Therapie aber unter Umständen zu belastend. In diesem Fall wird Ihnen der Arzt möglicherweise zu einer anderen Therapieform raten, beispielsweise einer Immuntherapie ohne begleitende Chemotherapie.1,4 Wie lange die Therapie dauert, ist individuell unterschiedlich. Ihr Arzt wird anhand Ihrer Untersuchungsergebnisse entscheiden, wie lange die Therapie fortgesetzt werden muss.

Ist die Therapie des follikulären Lymphoms nach der Immunchemotherapie beendet?

Die Immunchemotherapie zu Beginn der Behandlung ist besonders intensiv und hat das Ziel, den Tumor schnell und wirksam zurückzudrängen. Ärzte sprechen in diesem Zusammenhang auch von einer Induktionstherapie. Allerdings ist die Behandlung damit noch nicht abgeschlossen. Ist die Induktionstherapie erfolgreich, schließt sich die sogenannte Erhaltungsphase an. Sie dient dazu, Rückfällen vorzubeugen, und erstreckt sich beim follikulären Lymphom in der Regel über einen Zeitraum von zwei Jahren. In dieser Zeit erhalten Sie alle zwei Monate eine Spritze oder Infusion mit einem Antikörper.1,4

Kommt es dennoch zu einem Rückfall, sollten Sie nicht den Mut verlieren: Mit einer erneuten Immunchemotherapie lassen sich auch dann oft noch gute Erfolge erzielen. Als Alternative besteht bei einem Rückfall die Möglichkeit einer Stammzelltransplantation. Da diese Behandlung mit einer sehr aggressiven Hochdosis-Chemotherapie verbunden ist, kommt sie aber vor allem für junge Patienten in gutem Allgemeinzustand in Frage, die schon frühzeitig einen Rückfall erlitten haben.1

Teilnahme an Therapiestudien

Neben der normalen Standardtherapie gibt es für Krebspatienten oftmals die Möglichkeit, an klinischen Studien teilzunehmen. In solchen Studien werden neu entwickelte Medikamente auf ihre Wirksamkeit getestet, bevor sie für alle Patienten zugänglich gemacht werden. Gerade Menschen, bei denen eine Standardtherapie nicht zum Erfolg geführt hat, kann die Teilnahme an einer solchen Studie den Zugang zu alternativen Behandlungsarten eröffnen. Ausführliche Informationen zu klinischen Studien sowie den Vor- und Nachteilen neuer, experimenteller Therapien bietet unter anderem die Internetseite des Krebsinformationsdienstes.